Chronik 1
Ende Februar - 14.Mai 2007
Wie "mein Krebs" begann

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Ende Februar 2007

Meinen Geburtstag feierte ich in diesem Jahr nicht. Meistens gab ich zu diesem Anlass eine kleine Party bei mir zu Hause, ein nettes Zusammensein mit Freunden und Arbeitskollegen. In diesem Jahr fiel der 22. Februar mitten in die Motorwelt, unserer Automesse in Berlin (siehe Seite zu meinem Beruf).

Ich hatte am 22. und 23. Februar frei, was zu Messen höchst selten ist. Trotz allem lies ich es mir nicht nehmen, am ersten Messetag, meinen Geburtstag auf dem Messegelände zu beginnen. Wie immer gab es noch wenige Stunden vor Beginn viel zu erledigen.

Essen!? Ja, wie immer irgendwie irgendwann, einfach mal dazwischen. Eine kleine Pizza, welche vom richtigen Stand besorgt sogar gut schmeckte. Doch was war das? Drei, vier Bissen und nichts ging mehr. Ein Füllegefühl, ein Druck im Magen! Zu viel Kaffee am Morgen? Sicherlich, aber wie immer auch 2 belegte Brötchen dazu.
Das wird schon wieder weg gehen, das tat es meistens.

März 2007

Babymesse in Hamburg, abends bei der Ankunft ein Essen bei Waltraut. Schnitzel so groß wie der Teller und darunter gut versteckt die Beilagen. Einfach lecker!

Aber halt, eine solche Portion würde ich zur Zeit nicht schaffen. Ich hatte mich schon fast daran gewöhnt; Essen nur langsam, am besten viele kleine Portionen und in Etappen. Meist war es da, das Gefühl HUNGER, aber nichts geht rein. Und dieser riesige Appetit auf Leckeres - mal wieder richtig essen.

Nach der Messe werde ich 2 Wochen Urlaub haben, noch ein Rest aus dem Vorjahr. Und dann gehe ich bestimmt zum Arzt.

April 2007

Hausarzt? Kannte ich bisher nicht, habe ich bisher nie gebraucht. Wen nehme ich? In meiner Einkaufsstrasse gab es so viel davon. Es war der 12. April 2007 - ich entschloss mich zum Arzt zu gehen.

Ein kurzes Gespräch, ich schilderte mein Leiden. Sofort merkte ich, mein neuer Hausarzt befürchtete das Schlimmste - KREBS.
Die Untersuchung mit Abtasten und Ultraschall zeigte keinen Befund. Ab zum Spezialisten, zur Magenspiegelung. Nur geht das nicht von heute auf morgen. Darauf kann man viele Wochen warten. Mir standen 5 Ärzte zur Auswahl, die ich der Reihe nach anrief und mich für den mit der kürzesten Wartezeit entschied - am 08. Mai, Herr Dr. Wolbergs.

Anfang Mai 2007
Noch eine Messe mit mir, Babywelt München. Das Essen machte nun richtig Probleme. Nur wenig feste Nahrung, das meiste flüssig. Ich hatte ca. 15 Kilo abgenommen, wog nur noch 54 Kilo bei 176 cm Körpergröße. Es fehlte mir doch schon merklich die Kraft. Aber gleich am folgenden Dienstag nach der Messe sollte eine Magenspiegelung Klarheit bringen.
08. Mai 2007

Magenspiegelung, wie gewünscht erschien ich morgens "nüchtern" zur Ösophago- Gastro- Duodenoskopie. Das Wort setzt sich aus Speiseröhre, Magen, Zwölffingerdarm und Innenansicht zusammen. Bei vollem Bewusstsein, nur mit einem Mittel gegen den Brechreiz, was unangenehm aber nicht schmerzhaft war.

Die Untersuchung ergab eine nicht passierbare Verengung am Mageneingang. "Stenosierende, nichtpassierbare, polypöse Schleimhautläsion im Ösophagus 38 cm ab Dentibus". Außerdem befanden sich noch Speisereste vor dieser Verengung, die mehr als 12 Stunden alt gewesen sein müssen. Na lecker, dachte ich, dadurch musste ich in den letzten Wochen einen betörenden Atem gehabt haben. Außerdem wurden zur weiteren Untersuchung Gewebeproben entnommen. Diese sollten Aufschluss über die Gewebsart des TUMOR bringen.

Hier die Bilder

Mit diesem Ergebnis ging ich sofort zurück zu meinem Hausarzt, der mich sofort an ein Krankenhaus weiter verwies. Ich hatte die Wahl und entschied mich sofort für das Rudolf- Virchow- Klinikum. Wenn Krankenhaus, dann nur dieses, im Wissen, dass nur Forschung und Kompetenz zu guten Heilerfolgen führt.

Schulmedizin ist nicht jedermanns Sache, aus mir nicht verständlichen Gründen begegnet sie bei einigen Menschen Misstrauen und Abwehr. Wer anders als Spezialisten, Ärzte und Fachpersonal, können auf einen so großen, weltweit sich jeden Tag erweiternden Wissensschatz zurückgreifen. Klinische Forschung, Erfahrung mit Patienten und technische Ausstattung verbessern die Heilchancen erheblich. Und ein Pflegepersonal, das in der Fachabteilung jeden Tag so oder ähnlich gelagerte Fälle betreut, weiß was zu tun ist.

 

 

 

 
 
 
Mein Krebs Frank Kolbe Berlin 2007