Chronik 3
27.Mai - 10.Juli 2007
Die neoadjuvante Therapie

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30. Mai 2007

Endlich zu Hause, die erste Chemo und 2 Wochen Krankenhaus sind vorbei.
Am 4. Juni Termin beim Onkologen, hinfahrt mit der U- Bahn und ein Schwächeanfall. Wie immer stand ich im Zug. Plötzlich wurden meine Beine wie Gummi und ich sank zu Boden. Für Bruchteile einer Sekunde war mein Bewusstsein ausgeschaltet. Doch sofort wieder hoch, die nächste Station aussteigen und hinsetzen. Die Kraft hatte mich verlassen, immer noch starkes Untergewicht und das Gift im Blut, welches deutlich meine Blutzellen verringerte. Es war der einzige Zwischenfall dieser Art.

Den Rest der ersten Erholungsphase fühlte ich mich sehr gut, ich begann sogar zu Hause mit Renovierungsarbeiten.

07. Juni 2007

Besprechung in der Strahlenambulanz, mit anschließender Planungs- CT. Hierbei wird eine zeitnahe örtliche Bestimmung des Tumorherdes und eventueller Tochtergeschwülste vorgenommen. Dies ist die Grundlage des Bestrahlungsplans. Die Strahlentherapie   nam ihren Anfang.

Die Ärzte der radiologischen Abteilung waren zu Anfang meiner Therapie der Meinung, sie würden meinen Tumor vollständig beseitigen können. In dieser Frage waren sich Onkologen und Radiologen nicht einig. Eine operative Entfernung eines Tumors ist heutzutage immer noch die sicherste Methode. Und ein Problem würde es für mich werden, wenn der Tumor nicht vollständig zerstört wird und ich eine so hohe Strahlendosis bekommen hätte, sodass mich kein Chirug mehr operiert hätte. Es könnten dadurch bei der OP erhebliche Komplikationen auftreten, zu Beispiel Nähte im strahlengeschädigten Gewebe nicht halten.

Ich beschloss, auf Nummer sicher zu gehen und eine Operation durchführen zu lassen.

14. Juni 2007
Heute wurde die  Lokalisation  durchgeführt. Dabei wird räumlich bestimmt, von wo aus die Strahlen in den Körper eingeleitet werden. Man erhält mit schwer abwaschbarer Farbe regelrecht Zielscheiben auf den Körper gemalt. Bei mir wurden drei "Einschusspunkte" festgelegt.
18. Juni 2007

Heute wurde die erste Bestrahlung durchgeführt. Eine ungefähr zwei Minuten dauernde Aktion, die ich in den nächsten 5 Wochen täglich (Mo. - Fr.) über mich ergehen lassen werde. Man legt sich auf eine Liege, wird hin und hergerückt, bis man richtig liegt. Laserstrahlen, die den Bestrahlungsraum unterteilen müssen im Einklang mit meinen "Zielscheiben" sein. Dann senkt sich die Strahlenkanone, schießt sekundenlang von oben, dann von rechts und am Ende von links in meinen Körper. Manchmal werden Bleieinschübe vor das Strahlenfeld gebracht, um die Intensität anzupassen.

Nachmittags fand ich mich auf Station 52 zu meinem zweiten Chemozyklus ein. Über Nacht gab es wieder 3 Liter Wasser intravenös. Bis zum 23. Juni (5 Tage) war ich wieder im Krankenhaus.

10. Juli 2007

In den vergangenen 4 Wochen wurde ich bestrahlt. Meine Blutwerte gingen runter, die Anzahl der Blutkörperchen sank. Aber ich fühlte mich fit. Erst in der letzten Nacht hatte ich leichte Krämpfe in der Magengegend. Das werde ich aushalten. Es ist ja nur noch eine Woche Strahlentherapie

Und heute begann ich mit dem dritten und vorerst letzten Chemozyklus. Danach würde ich unter das Messer müssen.

13. Juli 2007
Chemo beendet und nur noch zwei Bestrahlungen. Zwischenzeitlich war zweimal die Apparatur kaputt, sodass Termine ausfielen und ich zeitlich in Rückstand geriet.
23. Juli 2007
Letzte Bestrahlung - nun folgen 4 Wochen Pause bis zur Operation. Schon nach wenigen Tagen haben sich die nächtlichen Krämpfe im Magen verflüchtig. Ich erholte mich gut. Am 07. August erste präoperative Untersuchungen und dann Mitte August die OP.
 

 

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Mein Krebs Frank Kolbe Berlin 2007